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Brand im Autohaus entpuppt sich als Übung

BÖNEN ▪ Starke Rauchentwicklung im Autohaus Garske an der Bahnhofstraße! Vier vermisste Personen! Diese Meldung verbarg sich hinter den heulenden Sirenen, mit denen am Dienstag Abend um 18.31 Uhr die gesamte Bönener Feuerwehr und die Rettungssanitäter des DRK alarmiert wurden.

Die DRK-Rettungssanitäter kümmerten sich um die scheinbaren Brandopfer. (Foto: M. Liesegang, WA)

Die ahnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass sie nur zu einer Großübung gerufen wurden. Als die zuvor schon direkt alarmierte Einsatzleitung mit Hartwig Hoffmeier vom Löschzug I (Bönen-<wbr>West) an der Spitze vier Minuten später am Ort des Geschehens eintraf, stieg Rauch aus der Werkstatt bei Garske und es schien in der Halle zu brennen. Nur die wenigen Eingeweihten um Gemeindebrandinspektor Thomas Heckmann, die diese Übung vorbereitet hatten, wussten, dass der vermeintliche Brand mit Disconebel und Blinklichtern simuliert worden war.

Und deshalb ging auch alles ganz schnell. Im Sekundentakt trafen die insgesamt zehn Fahrzeuge der beiden Bönener Löschzüge mit mehr als 40 freiwilligen Feuerwehrleuten an der vermeintlichen Unglücksstelle ein. In Windeseile rollten sie die Schläuche aus, suchten nach Hydranten, sperrten die halbe Straße ab, fuhren die Rettungsleiter aus, sicherten die benachbarte Tankstelle, streiften die Atemschutzausrüstung über und machten sich auf die Suche nach den Vermissten in der Werkstatt.

„Wasser marsch“ hieß es dann zwar nicht mehr, aber auf die Suche nach Personen, mussten sich die Wehrleute trotzdem machen. Und sie wurden in der total vernebelten Werkstatt auch relativ schnell fündig, denn die Übung wurde bis ins Detail durchgespielt. Drei Nachbarn bzw. Freunde der eingeweihten Wehrleute hatten sich als „Opfer“ zur Verfügung gestellt und lagen verteilt in dem großen Raum. Hinzu kam ein Dummy, bei dem Rettungssanitäter des DRK, die parallel eine Versorgungsstation aufgebaut hatten, sogar den Todesfall annahmen. Die übrigen drei „Opfer“ wurden so behandelt, als wenn sie sich tatsächlich Rauchvergiftungen und Brandverletzungen zugezogen hätten.

Einen scheinbar bewusstlosen Mann entdeckten die Wehrleute obendrein noch in einem direkt an die Werkstatt angrenzenden Nachbarhaus, das mit weit offen stehenden Fenstern hell erleuchtet war. „Das war auch nur gespielt. Wir hatten die Möglichkeit einkalkuliert, dass jemand in der Nachbarschaft den Einsatz vom offenen Fenster aus beobachtet und er durch die Rauchschwaden bewusstlos wird“, verdeutliche Brandinspektor Uwe Hasche wie komplett die Übung vorbereitet war.

Unter den zahlreichen Zuschauern befand sich auch Autohaus-<wbr>Besitzer Georg Garske, den bei dem gesamten Szenario ein komisches Gefühl beschlich. „Allein die Vorstellung, dass hier vier Menschen verletzt in meiner Werkstatt liegen könnten, berührt mich schon sehr“, räumte er offen ein. ▪ li (Westfälischer Anzeiger vom 03. November 2010)

3. November 2010 14:24 Uhr. Alter: 2 Jahre