Einsatz am Kamener Kreuz
KAMEN/BÖNEN ▪ Es war verhältnismäßig lange ruhig auf der A 2, doch am Freitagabend gegen 21.13 Uhr krachte es wieder. Drei Tote und zwei Schwerverletzte forderte der verheerende Unfall am Kamener Kreuz. Ein Opel-Astra war, wie bereits berichtet, auf dem Standstreifen auf einen liegengebliebenen Lkw aufgefahren. Der 48-jährige Pkw-Fahrer aus Gelsenkirchen und seine 22 und 30 Jahre alten Beifahrer waren auf der Stelle tot.
Die Lastwagenfahrer waren gerade dabei, den liegen gebliebenen Sattelzug abschleppfertig zu machen. „Sie waren schon durch eine Abschleppstange verbunden“, berichtete Kamens Feuerwehrchef Rainer Balkenhoff, der mit dem organisierten Leiterrettungsdienst ausgerückt war und den Einsatz koordinierte, bevor er an Bönens Feuerwehrchef Thomas Heckmann übergab.
Der Lastwagenfahrer stand Heckmanns Angaben zufolge hinter dem Sattelschlepper, sein Kollege lag unter dem Fahrzeug, der dritte Speditionsmitarbeiter saß auf der Leitplanke, als der Pkw angerast kam.
Dem Lastwagenfahrer wurden bei dem Unfall beide Unterschenkel abgerissen. Auch sein unter dem Lkw befindlicher Kollege wurde schwer verletzt. Der Mann auf der Leitplanke hatte sich geistesgegenwärtig nach hinten fallen lassen.
Die Feuerwehr Bönen war bei der Alarmierung zunächst von einem brennenden Fahrzeug auf der Autobahn ausgegangen, wie Thomas Heckmann weiter berichtete. Erst bei Eintreffen des Löschzuges I an der Unfallstelle wurde den 22 Bönener Wehrleuten das ganze Ausmaß des Unfalls bewusst. Zwei Hubschrauber transportierten die Verletzten ab. Ein Bönener Bestattungsunternehmen war ebenfalls schnell an der Unfallstelle und barg die Leichname der drei Männer. Auch das DRK Bönen war vor Ort. Die Polizei sperrte die Fahrbahn, der Verkehr aber konnte über eine Parallelspur abgeleitet werden. Dennoch hatte sich nach dem Unfall schnell ein mehrere Kilometer langer Stau gebildet. Der Sachschaden wird auf rund 30 000 Euro geschätzt.
Der Einsatz für den Löschzug I dauerte bis 01.45 Uhr, nach Einsatzende begleitete ein Notfallseelsorger die Feuerwehrleute zu ihrem Standort und sprach mit den zum Teil noch jungen Leuten über das Geschehen auf der A 2. Feuerwehrchef Thomas Heckmann stand noch am Sonntag spürbar unter dem Eindruck der Geschehnisse.
Westfälischer Anzeiger, 11.07.2010


