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ZDF-Team filmt Übung der Feuerwehr Bönen

Gemeindebrandinspektor Thomas Heckmann stand dem ZDF-Team Rede und Antwort.

BÖNEN ▪ Ein verunglücktes und völlig deformiertes Auto steht auf der Nordbögger Kreuzung vor der Feuerwache. Zwei verletzte Menschen sitzen in dem Wrack, können sich nicht aus eigenen Kräften befreien. Für die Rettung sind der Löschzug I der Freiwilligen Feuerwehr Bönen und der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes vor Ort. Alle haben dasselbe Ziel: Bergung und Versorgung der Verletzten.

Doch urplötzlich entfernt sich Einsatzleiter Thomas Heckmann vom Unfallort und tritt vor eine Fernsehkamera. Er blickt ins Objektiv und erzählt, wie er solche Erlebnisse verarbeitet. Hintergrund der ungewöhnlichen Szene: Das ZDF-<wbr>Morgenmagazin strahlt während der Ferien eine Sendereihe mit dem Titel „Deutschland, deine Autobahnen“ aus. Am Donnerstag zwischen 9 und 12 Uhr werden in diesem Rahmen deutsche Autobahnen vorgestellt. So auch die A2 – wohl eine der wichtigsten mit ihrer Bedeutung als Ost-<wbr>West-<wbr>Achse.

Nach Recherchen über einen Streckenabschnitt, den das TV-<wbr>Magazin vorstellen könnte, stießen die ZDF-<wbr>Mitarbeiter auf Bönen – wegen der hohen Anzahl an Staus und Verkehrsunfällen. Deshalb waren am Dienstag Abend drei ZDF-<wbr>Mitarbeiter in Nordbögge, um die heimische Feuerwehr bei ihrer Vorbereitung auf Verkehrsunfälle zu begleiten.

Vor rund zwei Wochen erhielt Gemeindebrandinspektor Thomas Heckmann den Anruf der Berliner ZDF-<wbr>Redaktion. Der Bönener Feuerwehrchef und die zuständige Redakteurin, Eva Schiller, einigten sich schnell auf das geplante Unfallszenario: Die Freiwillige Feuerwehr besorgte ein nicht mehr fahrbares Auto und zog das Deutsche Rote Kreuz hinzu, das drei Rettungssanitäter für die Filmaufnahmen stellte. Im ZDF-<wbr>Morgenmagazin wird heute zu sehen sein, wie Feuerwehr und DRK eine patientenorientierte Rettung durchführen. Kurz nach Eintreffen der Rettungskräfte sichert die Wehr die Unfallstelle und stellt unter den wachsamen Augen des Löschzugführers Wolfgang Schimmel Pulverlöscher und einen Wasserschnellangriff wegen austretender Kraftfahrstoffe bereit und sichert den Unfallort vor dem Straßenverkehr.

Anschließend schaffen mehrere der 25 Feuerwehr-<wbr>Einsatzkräfte einen Versorgungszugang durch die Fenster, die die DRK-<wbr>Sanitäter nutzen. Vitalparamter werden geprüft, Sauerstoffmasken zur Schmerzminderung angelegt. Parallel dazu stellt die Feuerwehr das Auto auf Unterlegblöcke – damit es sich nicht mehr bewegt und die Opfer weiter körperlich belastet. Danach erhalten die Patienten Infusionen und werden auf die Befreiung aus dem Wrack vorbereitet. Die geschieht, nachdem auch noch das Dach des Autos entfernt wurde.

Das Szenario dauert rund eineinhalb Stunden und wird fortwährend von Kameramann Joachim Baus und Tontechniker Peter Höck begleitet. Der gestellte Unfall könnte sich ebenso auf der A2 ereignet haben – so wie es auf dem Bönener Streckenabschnitt schon fast zum traurigen Alltag gehört.

Den Gipfel seiner traurigen „Berühmtheit“ erreichte Bönen wohl vor zwei Jahren, als „Radio NRW“ die Gemeinde als „berühmteste“ auszeichnete: Fast täglich war Bönen – noch zu Zeiten des Autobahnumbaus – in Staumeldungen lokaler Radiosender vertreten; Rückstaus in beide Richtungen, meist wegen schwerer Unfälle, waren an der Tagesordnung – und sind es leider immer noch. ▪ rh

 Westfälischer Anzeiger, 12.08.2010

12. August 2010 08:59 Uhr. Alter: 2 Jahre